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Leistenbruch (Leistenhernie)


Der Leistenbruch oder 'Hernia inguinalis' ist ein Eingeweidebruch mit sackartiger Ausstülpung des parietalen Bauchfells (Bruchsack) durch anatomische präformierte Bauchwandlücken oder -Schwachstellen (Bruchpforte). Das Hervortreten von Eingeweiden oder Organteilen (Bruchinhalt) aus der Bauchhöhle, sichtbar als Vorwölbung, ist das klinisch klassische Zeichen. Anatomisch bestehen jeweils drei Bruchpforten auf jeder Leistenregion.

Mögliche Ursachen eines Leistenbruchs sind Erweiterung einer Bruchpforte, hohe Belastung, Gewebeschwäche und Rückfälle/Rezidive (in der Regel nur nach offenen OP-Verfahren).

Indikationen zur Operation bei einem Leistenbruch sind z.B. eine sichtbare Vorwölbung sowie Ziehen und/oder Schmerzen in der Leistenregion im Zusammenhang mit Leistungseinschränkung; ggf. in Begleitung von Komplikationen wie Einklemmung, heftige Schmerzen, Übelkeit, verändertes Stuhlverhalten, Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Chirurgische Behandlung *

Bevorzugte Technik: Laparoskopische extraperitoneale roboterassistierte Hinterwandrekonstruktion – spannungsfrei

Leistenbruch mit sichtbarer Verwölbung
Leistenbruch mit
sichtbarer Verwölbung
Die extraperitoneale Technik kann nicht nur die Eröffnung des Bauchsackes - verbunden mit dem Risiko der Verletzung innerer Organe - vermeiden, sondern eine spannungsfreie Rekonstruktion der Leistenhinterwand unter Verzicht von Nähten und Klammern ermöglichen. Des Weiteren erfolgt keine Zerstörung der noblen Strukturen der Leistenregion im Vergleich zu anderen offenen Techniken (Shouldice, Mesh-Plug, Schirmchen, etc.) wo Muskeln, Faszien, Nerven und Gefäße durchtrennt werden. Insbesondere kann ein beidseitiger Leistenbruch sehr schonend in einer Sitzung versorgt werden ohne die Konvaleszenzzeit zu verlängern.
  • Über einen 1cm langen Schnitt unterhalb des Nabels wird der Raum unter der Muskelschicht und vor dem Peritoneum (Bauchfell) mit einem speziellen Ballonsystem auseinandergespreizt. Dabei bleibt das Peritoneum (Bauchfell) geschlossen.
  • Über den so geschaffenen Raum kann die Schwachstelle der Leistenhinterwand direkt erreicht werden ohne das Peritoneum zu verletzen. Über diesen Zugang im extraperitonealen Raum werden durch den Robotereinsatz optimale Operationsbedingungen geschaffen (in engen Räumen), die mit der Hand nicht möglich wären. Die Schwachstellen lassen sich so optimal identifizieren.
  • Sobald der Bruch behoben ist, lässt sich die Größe der Bruchpforte erkennen.
    Prof. Senner
    Prof. Senner
  • Die Bruchpforte bzw. die Leistenhinterwand wird mit einem speziellen Gewebe, welches Eigenschaften des menschlichen Gewebes aufweist, abgedeckt und der Anatomie des Patienten angepasst. Die Bruchpforte wird geometrisch außerhalb der Belastungszone versetzt. Es entsteht nach dem Eingriff keine Belastung auf der Schwachstelle. Diese Schwachstelle wird eben mit diesem speziellen Gewebe verklebt und befestigt. (OP-Verfahren Prof. Dr. Ralf Senner)
  • Durch das eingebrachte Gewebe wird die Körperzellproduktion angeregt und das erforderliche Ersatzgewebe geschaffen. Genau dies ist der Punkt, den wir erreichen wollen. Mit dieser Methode wird die Schwachstelle mit körpereigenem Gewebe wieder verstärkt.
Nach der Operation:
  • Nach Stabilisierung des Ersatzgewebes resorbiert sich das eingesetzte Gewebe nach ca. 6-8 Wochen. (zu ca. 50%)
  • Durch diese Operationstechnik konnte die Rezidivwahrscheinlichkeit auf unter 0,3% gesenkt werden. (Statistik Prof. Senner)
  • Der Patient kann bereits nach den ersten 5 Stunden belasten und nach 24-48 Stunden seinen gewohnten alltäglichen Beschäftigungen nachgehen und der Arbeitswelt zugeführt werden.
Die Vorteile:

Bei offenen Techniken, wie z.B. Shouldice oder Shouldice modifiziert, haben Patienten bis zu ca. 3 Wochen Schmerzen und können nicht voll belasten. Ferner erreichen 50% von allen offen operierten Patienten die volle Belastbarkeit erst nach 6 Monaten, im Vergleich zu 24-72 Stunden nach der extraperitonealen Technik.

Leistenbruchoperation
Eine Leistenbruchoperation
Diese Zahlen wurden durch viele Veröffentlichungen bestätigt, z.B.:
  • Zwischenanalyse: 2500 ambulante, roboterassistierte, beidseitige Hernienplastik (Prof. Dr. Senner, 05/2003)
  • Medical Tribune, Laparoskopische Hernienchirurgie, 09/2004
  • Ca. 40 randomisierte Studien zur Hernienplastik
Die Verbesserung der Arbeitsergonomie, die Effizienzsteigerung durch die erhöhte Präzision und die Verkürzung der Operations- bzw. Narkosezeiten sind Attribute, welche die moderne zukunftsorientierte Roboterchirurgie charakterisieren.

Entlassung:

Je nach Indikation werden die Patienten nach 24-48 Stunden entlassen.

Nachsorge:
  • 1 Woche Wundpflege
  • Kontrollen nach 2 Wochen, 1 Monat, 3 Monaten, 1 Jahr

* Anmerkung: Operationen werden in unserem Partner-Institut, mednord, durchgeführt.


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